Eine gesunde Verdauung zählt zu den wesentlichen Voraussetzungen für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden. Der Darm bildet – nicht nur im anatomischen Sinne – unsere (Körper-)Mitte. Und dieses Zentrum sollte ohne Störungen unauffällig arbeiten können. Gesund ist unsere Verdauung nämlich vor allem dann, wenn wir sie gar nicht bemerken. Hierbei können wir unseren Körper kräftig unterstützen. So beginnt die Verdauung im Kopf.
Wenn wir uns Zeit für das Sehen und Riechen einer Speise nehmen, werden automatisch die ersten Verdauungsschritte eingeleitet. Im Mund werden durch aufmerksames Essen, ausgiebiges Kauen und Schmecken Speichelbildung und Magensaftsekretion angeregt. Hektisches Essen zwischendurch oder nebenbei wirken kontraproduktiv für eine gesunde Verdauung.
Im Magen und in den einzelnen Darmabschnitten wird die Verdauung dann durch mechanische und chemische Spaltung der Nahrungsbestandteile fortgesetzt, aber eben nicht maschinell, sondern individuell. D.h. nicht nur durch genügend Zeit und Aufmerksamkeit, auch durch die Qualität der Nahrungsmittel und eine überlegte und abwechslungsreiche Zusammensetzung der Mahlzeiten, mit einem hohen Anteil an Gemüse, hochwertigen Fetten und Eiweißen, lässt sich die Gesundheit der Verdauung maßgeblich beeinflussen.
Dabei sollten diejenigen Lebensmittel zuerst gegessen werden, die auch am schnellsten verdaut werden können, während schwer verdauliche Lebensmittel ganz zum Schluss an die Reihe kommen. Einen Plan für Alle kann es dabei nicht geben. Jeder Mensch is(s)t anders und letztendlich weiß nur unser Darm ganz genau, was ihm gut tut.
Im Säuglingsalter befindet sich die Darmflora erst im Aufbau und muss dennoch schon alle drei bis vier Stunden eine volle Mahlzeit verarbeiten. Da wundert es nicht, dass es immer mal wieder zu Beschwerden z. B. Blähungen oder Verstopfung kommen kann.
Bei Kindergarten- und Schulkindern hingegen gestaltet sich die Sache schon komplexer, da in diesem Alter das Essen oft „querbeet“ eingenommen und meist nicht ausreichend gekaut wird. Da die Darmflora von Kindern noch nicht stabil ist, kann eine vorübergehende Verstopfung die Folge sein. Eltern können mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Mahlzeiten in Ruhe einnehmen.
Erwachsene leiden laut Statistik häufig an Durchfall, ausgelöst durch psychischen Stress. In unserer schnelllebigen Zeit ist dies auch kein Wunder, und doch wird eher „das falsche Essen“ als Grund für eine Verdauungsstörung angeführt. Stress kann auch im Urlaub auftreten, etwa durch den Ortswechsel an sich sowie durch unbekannte Speisen. Hier braucht der Darm etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen.
Ältere Menschen sind durch die tendenzielle Abnahme ihrer Verdauungskräfte sowie die Einnahme von Medikamenten häufig von Darmbeschwerden betroffen. Die Umstellung alter Ernährungsgewohnheiten sowie ausreichend körperliche Bewegung leisten hier oft gute Dienste.
